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  • Heval Sara verkörpert den Geist des Lebens, der Liebe und des Kampf!

    Heval Sara verkörpert den Geist des Lebens, der Liebe und des Kampf!

    Vor 13 Jahren, am 9. Januar 2013 in Paris, hat die Welt für einen Moment angehalten. Sakine Cansiz (bekannt als Heval Sara) wurde ermordert. Sie und ihre Genossinnen Fidan Dogan (Rojbîn) und Leyla Şaylemez (Ronahî) sind aufgrund eines Angriffes als Märtyer gefallen – und das, weil sie Frauen waren, weil sie Revolutionärinnen waren, weil sie Hüterinnen von Werten waren, weil sie frei waren, wunderschön und kämpfend. Das waren ganz klar drei politische Femizide, aber obwohl es eindeutige Belege gegeben hat, sind die Täter nicht verurteilt oder zur Rechenschaft gezogen worden.

    Am 23. Dezember 2022, vor drei Jahren, wurden im gleichen Stil, zur gleichen Zeit, wieder in der französischen Hauptstadt, Emîne Kara (bekannt als Heval Evîn, eine Vorreiterin der kurdischen Frauenbewegung) und zwei weitere Genossen, Mir Perwer und Abdurrahman Kizil, ermordert. Nach 10 Jahren war das ein sehr klares Zeichen des Feindes der Bewegung, um die Hoffnung zu brechen und den Kampf für eine freie Gesellschaft mit der Vorreiterschaft der Frauen unsichtbar zu machen.

    Sakine repräsentiert den Widerstand ihres Volkes: das der Verleugnung ihrer eigenen Existenz, ihrer Sprache, ihrer Kultur und ihres Lebens gegenüber steht, sie träumt von einem Wiedererwachen ihrer Gesellschaft. Und sie beginnt sich zu fragen “Wo müssen wir anfangen? Wie erreichen wir Freiheit?”

    Das ganze Leben von Heval Sara war ein Kampf, wie sie selbst in ihrer Autobiografie schreibt. Sie ist 1958 in Dersim im Winter in eine kurdisch-alevitische Familie geboren. In Dersim, noch vor ihrer Geburt, hat der türkische Staat tausende Kurden, die gegen die Assimilation rebellieren getötet, massakriert und zwangsumgesiedelt. Es erreichte einen Höhepunkt der Brutalität, sodass selbst die Flüsse voller Blut rot getränkt waren.

    Als eine junge Frau hat sie verstanden, was es in ihrer sozialen Realität bedeutet eine Frau zu sein: sie hat sich dazu entschieden, mit dem System zu brechen und sich stattdessen nicht an Kompromisse anzupassen. Sie entschied sich dazu, Leben zu kreieren und revolutionär zu sein.

    Ihre Suche nach reiner Existenz hat niemals geendet. Zu Beginn wurde sie Teil von türkisch sozialistischen Gruppen aus dem linken Flügel, danach ist sie auf die Apoistische Bewegung getroffen. Sie hat in den 1970er Jahren angefangen unter schwierigen Umständen, im Geheimen, gegen die Brutalität des türkischen Staates und die Vorurteile dieser Zeit, in denen das Schicksal der Frauen in der Mutter- und Ehefrauwerdung lag, zu organsieren.

    Seit dem ersten Kongress der Kurdischen Arbeiter Partei am 27. November 1978 im Dorf Fis, in Amed, war sie eine der ersten weiblichen Genossinnen und hat damit den Weg für millionen Weitere gelegt.

    Ihre Attitude brachte den Aufbruch in die Bewegung der freien kurdischen Frauen. Ihre Seele ist weise und tief. Ihre Beständigkeit und Ausdauer, ihre Menschlichkeit und ihre Fragen haben inspiriert und werden weiterhin inspirieren.

    Sakine wurde im Mai 1979 zusammen mit einigen anderen Genossen verhaftet. Obwohl sie vielfach gefoltert wurde, hat sie kein einziges Wort zu dem Feind gesprochen. Während ihrer 11-jährigen Haft war sie graumsamen körperlichen und mentalen Attacken, unzähligen Folterungen, Unterdrückung und Verrat ausgesetzt, doch trotz alle dem hat sie mit einem erhobenen Kopf Widerstand geleistet.

    Eines Tages hat der höchstrangige Gefängniswärter sie gefragt:

    “Was ist dein Name?”

    “Sakine.”

    “Bist du Türkin oder Kurdin?”

    “Ich bin Kurdin.”

    Er schlug sie und fragte sie erneut: “Bist du Türkin oder Kurdin?”

    Sakine antwortete: “Aber über Allem bin ich Revolutionärin. In der Revolution ist die Herkunft nicht das Wichtigste, aber ich bin kurdisch. Wenn ich türkisch wäre, würde ich es sicherlich zugeben.”

    Das war ihr kämpferischer Geist, den sie verbreitete.

    Sie organisierte alle Frauen in ihrem Umfeld, leitete Hungerstreiks und verbreitete Hoffnung und hoffnungsgebende Ideen überall.

    Sie hat immer versucht Antworten zu geben und Lösungen für bestehende Probleme zu finden. Sie hatte immer einen Slogan präsent bei sich gehabt: “Aufgeben führt zu Verrat, Widerstand führt zum Erfolg.”, der zeigt, dass der einzige Weg um Faschismus zu konfrontieren, durch Rebellion und Organisierung möglich ist.

    Nach vielen Jahren Inhaftierung reiste sie nach Damaskus, Syrien, um an den Akademien Rêber Apos (Abdullah Öcalan) teilzunehmen. Sie war sehr überrascht, als sie ihre Bilder im Raum Rêber Apos hängen sah: das war ein starker Ausdruck des Respekts Rêber Apos für ihren Kampf und ihre Beständigkeit. Danach hat sie einige Jahre in den Bergen verbracht. Dort ist zu von Berg zu Berg gereist, kletterte auf die Bergspitzen und überquerte Flüsse. Sie wurde zu einer starken und unermüdeten Gerilla Kämpferin, die niemals aufhörte zu denken, zu hinterfragen, sich selbst zu überzeugen und Verantwortung zu übernehmen. Mit ihren eigenen Worten: “Stärke ist oftmals falsch bewertet. Zum Beispiel, Stärke bedeutet, etwas Neues im Leben anzufangen, Etwas aus dem Nichts zu kreieren und das Leben schöner zu machen. Stärke bedeutet, Gedichte in den Bergen zu schreiben. Stärke bedeutet, dem Wasser zu lauschen und es zu sehen. Auch zu Leben mit der Schönheit der Natur ist Stärke.”

    Für sie, Leben, Kampf und Liebe sind untrennbar voneinander; oder auch propagierte sie “Ich wollte im Kampf lieben. Ich wollte so sehr lieben, wie ich kämpfte.” Ein anderes Leben als ein revolutionäres war unvorstellbar für sie. Den Kampf, den sie führte, war für die Befreiung der Frauen. Und auch für sich selbst bestimmte sie: “Befreiung kennt keine Grenzen, doch es bedeutet einer konstanten Suche zu folgen, weiterhin nach Schönheit zu streben.”

    Heval Sara setzte die ersten Samen in die Erde, aber jetzt liegt es an uns, weiter zu pflanzen und die Früchte zu ernten. Was kann Heval Sara uns lehren? Welche Aspekte ihrer Persönlichkeit inspirieren uns? Wie können wir ihre Schönheit verkörpern?

    Diese Fragen, vorallem in diesen Zeiten, können uns begleiten und uns eine Linie des Reflektierens aufzeigen.

    Während der Angriffe in Paris war das Ziel Frauen mit einer starken Attitude, die für Freiheit kämpfen, zu töten. Aber der Geist dieser drei Frauen wir niemals erlischen. Die Märtyrer werden niemals sterben. Mit unseren täglichen Aktionen für ein kommunales Leben können wir ihren Schritten folgen.

    Sara, Rojbîn, Ronahî!

    Jin, Jiyan, Azadî!

    Woman, Life, Freedom!

Young Internationalist Women